The Dirk
Dirk Steiger
Dachau, Bayern, Germany
The difference between a human being ten years of age and one fifty years of age lies altogether in the matter of toys. ~Austin O'Malley (1858–1932)
The difference between a human being ten years of age and one fifty years of age lies altogether in the matter of toys. ~Austin O'Malley (1858–1932)
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Gaming on Linux - it's a thing!
Windows? Geh weg!

So, jetzt mal Ansage: Deine Steam-Bibliothek funktioniert zu 95% auch einwandfrei unter Linux. Mit ein bisschen mehr Spaß und Kontrolle über deine Daten und deinen Computer.

So wie früher. Nur in geil.

Wie das geht?

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Ich gestehe, 700+ Stunden in Destiny auf Xbox/PC sind zwar weit weg von meinen mehreren tausend Stunden in World of Warcraft, aber halleluja, was war das für eine prägende Zeit. Wie viel Spaß Bungie in die berühmte 30 Sekunde-Schleife gestopft hat, meine Güte. Immer schön im Kreis fahren, Sachen sammeln, da rollt der leuchtende Loot, neue Farben, neue Klamotten, neue Waffen. Dann wieder rein in die Feind-Berührung, alles von vorn, egal, Dopamin +100.

Als inzwischen fast nur noch unter Linux spielender Mensch im weisen, mittleren Alter kommt da häufig der Gedanke: Ach, Destiny, wär mal wieder gefühlsecht. Unter Linux aber keine Option, weil Anti-Cheat. Ist eine eigene Story für sich, bitte einfach mal "Linux Anticheat" in Youtube eintippen, gibt's stundenlange Essays dazu warum, wieso, weshalb. Es ist kompliziert, aber eigentlich auch wieder nicht.

Und dann rauscht da Jump Space vorbei, auf einer schicken Warp-Welle. Schon der Prolog erinnert irgendwie an den Loot-Shooter von Bungie. Viel Weltraum, viel Leuchtkram, viel Alien-artige Dinge um einen herum. Funksprüche über Sachen, von denen man als Hauptmensch keine Ahnung hat, egal, gebt mir eine Waffe und ein Visier, wird schon passen.

Was dann folgt fühlt sich irgendwie so an, als hätte Bungie ein Rogue Survivor-Paket für Destiny 2 veröffentlicht. Und das bitte ausdrücklich als Lob zu verstehen: Denn Jump Space könnte das endlos bessere Destiny sein, wenn in der Early Access-Phase mutig-freche Entscheidungen seitens der Entwickler getroffen werden.

Jump Space macht viel Dinge, die wir in Destiny immer sehen wollten. Wie oft haben wir uns mehr Action mit unseren Raumschiffen gewünscht. Gab's in Destiny nicht, waren halt doch nur nette Skins für einen Ladebildschirm. Was irgendwie auch schön absurd ist, wenn man länger drüber nachdenkt. Da geht Jump Space konsequent den ganzen Weg: Hier ist das Raumschiff nicht nur Fassade, das Ding ist der zentrale Teil unserer endlos zufallsgenerierten Missionen. Wenn mal die Pew-Pew-Laser-Action im Weltraum losbricht, erinnert das an eine wundervolle Mischung aus Freelancer (Wo bleibt hier eigentlich das Remake? Hallo?) und Starfield. Zielen, vorhalten, feuern, Bumm. So müssen sich Starbuck & Co in Battlestar Galactica fühlen, wenn mal wieder die Zylonen um die Ecke biegen.

Zu Fuss sind wir schnell mit einem Greifhaken unterwegs, so ein bisschen wie in Batman Arkham City. Oder mit Raketenschuhen wie ein Iron Man oder Starlord. Schnell, intensiv, Bewegung, Action, Bewegung, neue Missionsziele. Manchmal auch Zeitdruck. Gemütlich ist hier nix, da bleibt zwischen den Sprüngen nur der kurze Moment im Raumschiff, genüsslich Loot sortieren, Munition nachladen, bisschen hinlegen oder den nächstem Raumsprung auf der Toilette sitzend überlebend. Humor im Weltraum, wie schön, Leben ist ja eh schon anstrengend genug.

Wo kann Jump Space denn nun besser werden, wenn die Grundlage schon so im Kern sehr aufregend und fluffig ist? Da haben die Entwickler schon tolle Ideen auf der Roadmap. Vor allem braucht es ein bisschen mehr Personalisierung bei der Ausrüstung und für das Raumschiff. in spannenden Koop-Runden bekommt nur der Einladende die volle Loot-Ladung inklusive Erweiterungen für sein Raumschiff. Besucher gehen da nur mit den Sachen in den Händen, XP und Upgrade-Modulen zurück in die eigene Lobby. Waffen bräuchten etwas mehr Gewicht, es fühlt sich alles sehr leicht und Pew-Pew-Pew an. Und mehr Variation bei den Gegnern wäre schön, so richtig viel Taktik und Abwechslung werfen die übergriffigen KI-Maschinen nicht gegen uns ins luftleere Feld. Da darf sich das Jump Space-Team gerne was bei Destiny abgucken und kreativ übernehmen. Oder vielleicht bei Arc Raiders reingucken und sich mit KI-Training von Gegnern befassen. Da geht's ja ohnehin in diese Richtung.

Ach ja, Jump Space. Lesen Sie das bitte mit einem leichten Seufzer im Kopf. Es ist eine tolle Basis, man wünscht dem Projekt wirklich alles Gute, den verdienten Erfolg einzufahren.

Ich kaufe übrigens sehr selten "Supporter Packages" bei Steam. Hab ich hier gemacht. Sicher auch mit der Hoffnung, hier ein würdiges Destiny für meine Linux-Welt zu bekommen. Es wäre an der Zeit.
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